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Unterschätzter Architekturtrend: Industrialisierung!

Viele Trends und Innovationen prägen das Landschaftsbild des Baugewerbes und der Architektur. Viele sind deutlich ablesbar und finden eigene Sprachen, wenige sind subtil und treten unscheinbar auf. Und einige werden unterschätzt.

Einen sehr unterschätzter Trend stellt die Industrialisierung in der Architektur dar! Die Vorfertigung großer, mehrschichtiger bzw. mehrteiliger Bauteile unter “Laborbedingungen” gewinnt in der Architektur an Bedeutung. Ein Nebeneffekt ist eine größere Hinwendung und Akzeptanz von Standardisierung. Mag dies bei gewerkspezifischen Bauteilen und Systemen schon länger der Fall sein (siehe: Fassadensysteme, Stecksysteme für Fussböden, usw) so wird sich dieser Trend auf Gebäudeteile bzw. gesamte Gebäude ausdehnen.

Die Gründe hiefür wären wir folgt:

1. Industrielle Vorfertigung verliert den Beigeschmack des “Massenprodukts” und wird zunehmend mit Begriffen wie effizient, sauber verarbeitet und Erfahrung assoziiert.

2. Material- und Herstellungspreise scheinen unverhältnismäßig zur restlichen marktwirtschaftlichen Entwicklung zu steigen. Standardisierung und Vorfertigung können einen Teil dieser Kosten abfedern.

3. Architekten entdecken das Interesse mehr als einmal für die Entwicklung eines Gebäudes bezahlt zu werden. Die Zusammenarbeit mit industriellen Vorfertigungsbetrieben wird zunehmend als ökonomische Chance angesehen.

4. Die Möglichkeiten der Vorfertigung werden größer und das jeweilige Produkt kann im Fertigungsprozess transparent und damit glaubhaft dem Kunden näher gebracht werden.

…und so darf man gespannt sein – oder besser hoffen – ob/dass sich Standardisierung und Individualisierung gegenseitig auf ein neues Niveau architektonischer und bautechnischer Gestaltung hochschaukeln.

 

SCImatic Design und kilometerhohe Gebäude!

Laut den Meldungen der letzten Tage wird der Versuch das mit Abstand höchste Gebäude der Welt zu errichten (kolportiert ist eine Höhe von über 1,5km; Meldung nicht bestätigt) nicht an den Zweifeln der Machbarkeit scheitern, sondern an der nicht Integrierbarkeit ins gängige urbane Lebenssystem. Wäre es technisch zwar schwierig, aber machbar, so stellt der Funktionsablauf (im Hinblick beispielsweise auf Fluchtmöglichkeit) eher das Problem dar. Das Nadelöhr des bodengebundenen Ein- und Ausgangs wird so lange eine Blockade darstellen bis sich die Erschließung auf mehereren Ebenen (nach außen), ev. sogar vertikal, realisieren lässt.

So kann man am weit sichtbaren Solitär des derzeit noch höchsten Gebäude der Welt, dem Burdsch Chalifa in Dubai, die Signalwirkung und Demonstration technischer Möglichkeiten klar ablesen. Die vertikale Verdichtung kann in diesem Fall aber wohl kaum die treibende Kraft gewesen sein.

Für die Studie SCImatic Design – A Project about what Architects could learn from Science Fiction Architeture scheint sich hier ein weiteres Ergebnis abzuzeichnen. Die 4.Kategorie von Science Fiction Architektur – Technologically Oriented Architecture – zeichnet mit ihrem ersten Hauptmerkmal – Vertical Traffic – deutlich ein Bild einer verkehrstechnisch dreidimensional vernetzten Stadt. Die Kombination extrem hoher Gebäude kann nur dann gut funktionieren, wenn sich die Gebäudeerschließung nicht nur auf den Bodenbereich beschränkt.

Vertikaler Verkehr bzw. Verkehr und Erschließung in verschiedenen Höhen und dann auch auf verschiedenen Ebenen scheint ein notwendiges Kriterium zu sein um extrem hohe Gebäude erfolgreich in ein urbanes Lebenssystem zu integrieren. Eine Erkenntnis die uns die Science Fiction Architektur bereits seit geraumer Zeit vorexerziert.

Quellen:

SCImatic Design -Analysing the Architectural Utopia.

Wikipedia -Liste der höchsten Gebäude der Welt

 

SCImatic Design – Q&A NTNU Lecture

Here is a the summary of the disscussed topics and questions at the lecture at the NTNU Faculty of Architecture and Fine Arts, 25.02.2011, Trondheim, Norway.

Lecture titel: SCImatic Design. Analysing the Architectural Utopia. A project about what architects colud learn from Science Fiction Architecture.

Q: What about the kind of Science Fiction Architecture which is organic and biological like in the movie Alien?

A: As long as they are organic – biologic elements thet function as application, this means as a form of plant, -  we do not regard them as architecture.  A building substance from purely biologic, organic elements could not be found so far in the films. But also if they were, I would not regard them as architecture as these systems generally have controlled, more or less autonomous intelligence, and as such have to be looked in a different way.

Q: How do you see the realationship between “normal“ architects and the people who do architecture in these movies?

A: I am sure the that there is not as much relation as you think. I think the architecture within these utopias is mostly designed by designers with a strong artistic approach. It is not necessary to build the buildings in their entirety. (mehr…)

SCImatic Design at TU Trondheim

On friday, 25.02.2011, i had the great opportunity to present the idea of SCImatic Design at the Technical University in Trondheim. Lecture titel: SCImatic Design. An ongoing project about what architects could learn from Science Fiction Architecture.  Thank you for all the great questions and comments.

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SCImatic Design – auf der Aussiecon 2010

SCImatic Design

Analysing the Architectural Utopia

Uwe Unterberger, 2010

INTRO:

This paper is an extension of an interdisciplinary research project I have been working on that draws on theories and viewpoints of technology as well as the humanities, interrogating and elaborating on questions of current architecture and its relation to dynamics of knowledge and the contemporary knowledge society.

In the genre of science fiction, architecture is a secondary but interesting factor, which has not been explored in much detail, yet. It is high time to examine this background within the framework of the theory of architecture as well as in my specific case also from a perspective of the philosophy of science.

 

Engaging into the research area of SCImatic Design started by analyzing how knowledge, cybernetics 2nd order and the theory of self-organizing systems changes our perception of architecture in the knowledge society[1] and it still finds itself in the phase of general positioning. This paper contains two parts: First of all, the definition of terms and a fundamental categorization of Science Fiction Architecture and, secondly, a short depiction of the relevance and functionality of SCImatic Design. (mehr…)

SCImatic Design auf der AUSSIECON 2010

Die AUSSIECON 2010 (wie sich die WORLDCON in Australien nennt) gab mir wie bereits angekündigt letzte Woche die Möglichkeit das Konzept des SCImatic Designs – also die Analyse von Science Fiction Architektur – dem dortigen Publikum näher zu bringen. Die 5 Tage dauernde Konvention war wie immer stark literarisch – und im akademischen Teil – literaturwissenschaftlich – ausgerichtet. Die Menge an neuen Betrachtungen und Fragen zum Thema SCImatic Design möchte ich gerne in weiteren Artikeln innerhalb der nächsten Wochen zur Diskussion stellen.

Der Vortragstext (auch zum Download) folgt in den nächsten Tagen.

(mehr…)

SCImatic Design

Mit dem oben stehenden Titel und dem Untertitel Analysing the Architectural Utopia werde ich beim WORLD SCIENCE FICTION CONVENTION ACADEMIC PROGRAMMING auf der 68. World Science Fiction Convention, vom 02. bis 06.September 2010 in Melbourne das unten stehende Abstract in ausführlicher Form präsentieren.

Was als interessante Idee begonnen hat wurde dann zu einem strukturierten Konzept. Die Kernfragen müssen aber in den nächsten Monaten noch sauber bearbeitet werden. Hier die Kurzfassungen:

Englische Fassung:

In the genre of science fiction, architecture is a secondary but important factor, which has not been well explored yet. It is time to examine this background within the framework of the theory of architecture. Multidimensional city development and energy as a structural element are only two examples of design elements, which open questions for a theoretical analysis: Which underlying functional and constructional conditions for architecture are valid in science fiction? In how far does the (mehr…)

Nachtrag: Face to (Inter)Face

Ein Aspekt hat sich infolge mehrerer Diskussionen zum Artikel Face to (Inter)Face ergeben der, so mein Gefühl, bei einer Praxisanwendung bisher wenig angesprochen wird. Stellt ein bewegungssensitives Interface zwar eine intuitive, körpergerechte Eingabeart dar – die zweifelsfrei faszinierend ist – so wird es vermutlich zu einer zu hohen physischen Belastung werden um (vor allem im erweitern Bereich des CAD) effektiv zu wirken.

Das bedeutet, dass auch hier der Bewegung ein “Abstraktionstool” zwischen geschaltet werden muss (wie es die Mouse jetzt schon ist). Dies widerspricht meiner These von einem “abstraktionsfreien” Interface. Durch diese Umstände sehe ich für eine multifunktionelle Mouse (inkl. einer mehrdimensionalen sensitiven Oberfläche) noch eine recht lange Lebensdauer!

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