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Unterschätzter Architekturtrend: Industrialisierung!

Viele Trends und Innovationen prägen das Landschaftsbild des Baugewerbes und der Architektur. Viele sind deutlich ablesbar und finden eigene Sprachen, wenige sind subtil und treten unscheinbar auf. Und einige werden unterschätzt.

Einen sehr unterschätzter Trend stellt die Industrialisierung in der Architektur dar! Die Vorfertigung großer, mehrschichtiger bzw. mehrteiliger Bauteile unter “Laborbedingungen” gewinnt in der Architektur an Bedeutung. Ein Nebeneffekt ist eine größere Hinwendung und Akzeptanz von Standardisierung. Mag dies bei gewerkspezifischen Bauteilen und Systemen schon länger der Fall sein (siehe: Fassadensysteme, Stecksysteme für Fussböden, usw) so wird sich dieser Trend auf Gebäudeteile bzw. gesamte Gebäude ausdehnen.

Die Gründe hiefür wären wir folgt:

1. Industrielle Vorfertigung verliert den Beigeschmack des “Massenprodukts” und wird zunehmend mit Begriffen wie effizient, sauber verarbeitet und Erfahrung assoziiert.

2. Material- und Herstellungspreise scheinen unverhältnismäßig zur restlichen marktwirtschaftlichen Entwicklung zu steigen. Standardisierung und Vorfertigung können einen Teil dieser Kosten abfedern.

3. Architekten entdecken das Interesse mehr als einmal für die Entwicklung eines Gebäudes bezahlt zu werden. Die Zusammenarbeit mit industriellen Vorfertigungsbetrieben wird zunehmend als ökonomische Chance angesehen.

4. Die Möglichkeiten der Vorfertigung werden größer und das jeweilige Produkt kann im Fertigungsprozess transparent und damit glaubhaft dem Kunden näher gebracht werden.

…und so darf man gespannt sein – oder besser hoffen – ob/dass sich Standardisierung und Individualisierung gegenseitig auf ein neues Niveau architektonischer und bautechnischer Gestaltung hochschaukeln.

 

Gebäudeenergie als neue systemische Größe?

Vor nur wenigen Jahren schien mir die folgende Kategorisierung für eine systemische Betrachtung von Architektur (Unterberger. 2006) als vollständig. Das Thema Energie wäre hier zwar grundsätzlich mit abgedeckt, dennoch scheint mir, dass die Energieproblematik in ihrer Wirkung eine eigene systemische Größe darstellen könnte.

Wenn nun Architektur in einem Kontext der systemischen Abhängigkeiten gesetzt wird, so muss man folgende Kernfunktionen sowohl bei der Betrachtung als auch bei der Planung berücksichtigen:

Architektonische Gestaltung besitzt eine materielle Komponente. (Struktureller Eingriff in die materielle Umgebung. Richtungen werden erzeugt, Wege geschaffen.) (weiterlesen…)